Meine Reisen als Kind

Auf Grund der aktuellen Blogparade von "Family4travel "mit dem sehr inspirierenden Thema
"Meine Reisen als Kind", http://www.family4travel.de/aufruf-zur-blogparade-meine-reisen-als-kind/ möchte ich mich mit diesem Artikel auch daran beteiligen, und euch hiermit einladen mit mir in die Vergangeheit zu reisen, um zu sehen was das Reisen damals so ausgemacht hat, und mit welchen Augen ein Kind in die Welt blickt. Wollt Ihr mitkommen? Ja? Dann kann es jetzt losgehen....



Mir ist bewusst dass ich als Kind wirklich ein Glückspilz war, denn ich hatte das Privileg, schon sehr früh mit auf Reisen genommen worden zu sein. Meine erste Reise trat ich im Alter von 1 Jahr an, und seitdem verreisten wir jedes Jahr. Meine Eltern, besonders jedoch mein Vater liebte das Reisen. Bis heute ist er mit diesem "Reisefieber" infiziert, dass er mir auch zur Gänze vererbt hat. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm, sagt man. Das ganze Jahr wurde gespart und sicherlich auch auf vieles andere verzichtet, um dann mit der Familie in den Urlaub fahren zu können. Daher war es  wahrscheinlich kein Zufall dass ich mich schon in einem recht jungen Alter zu einem sogenannten "Reisejunkie" entwickelte, der oft schon viel mehr gesehen hatte, als andere Kinder im gleichen Alter.

Die alljährlichen Urlaubsvorbereitungen begannen meist mit einem gemütlichen Sonntagstreffen mit Freunden meiner Eltern ( für mich waren sie jedoch meine Tanten und Onkeln - auch oft ohne Blutsverwandschaft) um zu besprechen wo es hingehen sollte. Jedes Jahr hörte ich irgendwelche exotischen Namen von Inseln und Ortschaften, die ich irgendwann aufsaugte, und wiedererkannte.
Gebannt saß ich dabei, und mein Körper kribbelte schon vor lauter Spannung, für was wir uns nun entscheiden würden. Ich war mittendrin statt nur dabei.

Die Vorfreude war jedes Jahr riesig. Andere Kinder spielten Puppenküche usw. Ich richtete mir zu Hause einen Flughafen ein, wo ich meine selbstgebastelten Tickets verkaufte, und als Stewardess die Leute versorgte, oder eben mal schnell am Nachmittag selbst verreiste. Der Flughafen war für mich als Kind interessanter als ein Freizeitpark, und im Flugzeug fühlte ich mich pudelwohl. Zum Leidwesen meiner Eltern musst ich wenn ich aufgeregt war ziemlich oft auf die Toilette. Das ist im Flugzeug, und vor allem dann wenn das Essen auf dem Tischchen steht nicht mehr so lustig. Es folgte ein hektisches Jonglieren mit dem Flugzeugessen, bis ich endlich frei war, und meinen Weg zur Toilette bestreiten konnte. Ich spazierte liebend gern im Flugzeug umher, und erkundete es. Und ja auch die Flugzeugtoilette ist interessanter als am Boden! :-)



Wir verreisten viel mit meinen "Onkeln und Tanten", und ihren Kindern. Ich war immer das Küken in der Runde, und entweder wurde auf mich aufgepasst und mit mir gespielt, oder auch viel Unsinn mit mir getrieben. Unsere Reiseziele waren hauptsächlich Griechenland, und manchmal auch Spanien, Tunesien oder die Türkei. Richtige Hotelanlagen, Resorts oder All Inclusive kannte ich als Kind nicht. Wir wohnten meist in kleinen Pensionen oder Studios, die von Einheimischen geleitet wurden. Gekocht wurde entweder selbst, oder am Abend wurde in einer Taverne gegessen.

Diese Reisen waren für mich als Kind wunderschön. Abseits dieser All Inclusive-  und Animations Kultur lernten wir uns selbst zu beschäftigen, Kreativität zu entwickeln, und nicht nur alles vorgegeben zu bekommen, und bespaßt zu werden. Es war ein Stückchen Freiheit, bei dem du dich ausleben und ausprobieren konntest. Diese Urlaube waren ursprünglicher, denn wir kamen auch mit der Kultur des Landes besser in Berührung. Mir hat es als Kind an nichts gefehlt, und im nachhinein bin ich wirklich froh nicht meine Ferien in den Hotelburgen verbracht zu haben. Ich wäre wahrscheinlich nicht dieser Mensch geworden, der jetzt hier vor dem Computer sitzt, und diese Zeilen niederschreibt.

Als ich ca. 6 Jahre alt war, kam ich das erste Mal bewusst mit "armen Kindern" auf der Straße in Kontakt. Ich bin mir sicher dass ich schon vorher arme Leute gesehen hatte, doch diese Erinnerung blieb mir im Gedächtnis, wahrscheinlich weil sie fast gleich alt waren wie ich. Sie trugen dreckiges und ein wenig altmodisches Gewand, und befanden sich auf der Straße, wahrscheinlich um zu betteln. Ich war stehen geblieben um auf meine Eltern zu warten. Die Kinder betrachteten mich, und kamen neugierig näher. Ich weiß noch genau, dass ich mir fürchterlich den Kopf zerbrach, warum sie denn so dreckig ausschauten, und wo ihre Eltern wohl abgeblieben waren.Ich machte mir Sorgen. Komisch, dachte ich mir. Als wir weitergingen, winkten sie mir noch zu, und ich winkte zurück. Ich war sehr bestürzt und nachdenklich, als meine Eltern mir später erklärten, dass es Kinder gibt, die arm sind, und vielleicht sogar auf der Straße leben müssen. So ist das also. Es gibt nicht nur eine "glückliche /heile" Welt, denn die andere Seite der Medaille ist auch ziemlich präsent. Eine wichtige Lektion in meinem jungen Leben war aber vor allem das, dass wir egal ob wir arm oder reich sind - trotzdem alle Kinder sind. Und ein Kind ist wichtig. Ein jeder Mensch ist wichtig!
An dieser Stelle möchte ich euch noch etwas ans Herz legen. Unterschätzt eure Kinder, und ihre Gedanken nicht. Egal wie jung sie auch oft noch sein mögen.

Bis heute geblieben ist mir auf jeden Fall die Faszination für das Alte. Schon als Kind schritt ich über archäologische Stätten, Tempelanlagen und Kreuzritterburgen im Mittelmeer. Ich liebte Geschichten, und merkte sie mir. Heimgekehrt mit diesen interessanten neuen Details, interessierte sich kaum ein anderes Kind in meinem Alter für die gleichen Dinge. Aber das störte mich nicht, denn ich war glücklich mit meinen Erlebnissen.

Mir wurde ein großes Geschenk gemacht. Wie schon gesagt, ich durfte während dieser Reisen schon früh viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Ich kam gewollt oder oft ungewollt mit anderen Menschen, Sprachen und Kulturen in Kontakt, die mich im Nachhinein geprägt haben, und mir schon als Kind eine andere Sichtweise beschert , und auf jeden Fall meinen Horizont erweitert haben. Dank der vielen Reisen, und des offenen und respektvollen Verhaltens gegenüber anderen Mitmenschen und Kulturen, die meine Familie mich gelehrt hat, bin ich dadurch gewachsen und gereift. Ich möchte diese fantastische Zeit nicht missen!! Es war herrlich!

Danke!!!!



PS: Wenn euch mein Artikel gefallen hat würde ich mich freuen wenn ihr ihn, oder meine Blog/Facebookseite teilt! 
Das würd mir super viel helfen!




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